NO.24 __HAYDN IN LOVE

Il Giardino Armonico & Kammerorchester Basel
Giulia Semenzato, Sopran
Giovanni Antonini, Dirigent
Elke Schmitter, Autorin
N. N., Fotografie
Joseph Haydn: Sinfonien Nr. 91, Nr. 96 «The Miracle» und Nr. 97 sowie Werke für Sopran und Orchester aus «L'anima del filosofo ossia Orfeo ed Euridice» Hob. XXVIII:13
Konzerte:
Mo, 13. April 2026, Basel Stadtcasino (Tickets)
Mi, 15. April 2026, Wien Musikverein, grosser Saal (Tickets sind ab dem 26.2.2026 erhältlich)
Fr, 24. April 2026, Brugge Concertgebouw (Tickets)
So, 26. April 2026, Wroclaw, National Forum of Music (Tickets)
Joseph Haydn war ein Meister der Musik. Ein Meister der Erfindung, der Melodie, der Harmonie, der Form, der Rhetorik wie auch des Erzählens – wohlgemerkt mit Tönen und das nicht zuletzt auch abseits von Oper und Lied. Was Haydn nicht war: ein grosser Briefeschreiber, jedenfalls keiner wie Vater und Sohn Mozart oder später etwa Felix Mendelssohn Bartholdy. Dies lag wohl in erster Linie daran, dass Haydns Leben – vor allem nach seiner Anstellung zum esterházyschen (Vize-)kapellmeister – eine recht ortsgebundene Angelegenheit war, und dass von Reisen, die ihn weiter als von Eisenstadt bzw. Eszterház nach Wien oder Pressburg führten, über Jahrzehnte hinweg allenfalls träumen durfte.
Als Haydns Fürst Nikolaus 1790 gestorben und er auf einmal frei war, dorthin zu reisen wo man seine Anwesenheit seit Langem erwartet, ja geradezu aktiv herbeigesehnt hatte, war alles anders. Auf einmal stand Haydn im Zentrum des kulturellen Lebens einer Weltstadt – nämlich London – und hatte so viel zu erzählen, dass er nicht umhin kam, als nach Papier und Tinte zu greifen und zu schreiben und zu schreiben. Die Adressaten seiner Briefe waren zu meist weiblicher Natur und reichten von der in Wien lebenden «Wohl Edl geborene[n] Hochzu Ehrenden Frau [Maria Anna] von Gennzinger [sic]», mit der er – aufgrund zahlreicher Besuche im Hause der Gattin des Leibarztes seines nunmehr verstorbenen Fürsten – eine sehr persönliche Freundschaft führte, bis hin zu einer ehemals Geliebten, der Sängerin Luigia Polzelli. Diese, die ebenfalls zunächst noch in Wien, bald darauf aber – nach dem Tod ihres Mannes – wieder in ihrer italienischen Heimat, besser gesagt in Bologna lebte, soll möglicherweise die Mutter eines (wenn nicht gar mehrerer) von Haydn stammender Kinder gewesen sein. In London wiederum machte Haydn bald nach seiner Ankunft Bekanntschaft mit der damals erst 40-jährigen, einer in London ansässigen schottischen Kaufmannsfamilie entstammenden Witwe Rebecca, die nach ihrer Heirat des in der brandenburgischen Niederlausitz geborenen Pianisten und Komponisten Schroeter, enterbt worden war. Ganze zweiundzwanzig von Rebecca Schroeter an Haydn adressierte und auf den Zeitraum 29. Juni 1791 bis 26. Juni 1792 datierende Briefe, die Haydn fein säuberlich in sein zweites Londoner Notizbuch übertrug, zeugen von einer inniglichen von Zuneigung und Liebe geprägten Beziehung, die – so der Komponist zu seinem späteren Biographen Albert Christoph Dies – ohne weiteres zu einer Heirat geführt hätte können, wenn er damals ledig gewesen wäre.
Sämtliche Sinfonien und Arien des «Haydn in Love» genannten Projekts Nr. 24 von Haydn2032 steht in einer mehr (oder weniger) engen Verbindung mit den besagten, seinerzeit – also 1791 in London – mit Haydn korrespondierenden bzw. sich regelmässig treffenden Damen, Maria Anna von Genzinger, Luigia Polzelli und Rebecca Schroeter (geb. Scott). Sei es, dass Haydn sich von Maria Anna die Zusendung einer Partitur der 1788 noch für Paris geschriebenen, im Liebeston Es-Dur gesetzten Sinfonie Nr. 91 erbat, oder er ihr (am 2. März 1792) gestand, dass die ersten beiden seiner bereits in London selbst entstandenen Sinfonien Nr. 95 und 96, darunter die wiederum an chronologisch erster Stelle befindliche in D, eigentlich ihr gewidmet gewesen wären. Sei es, dass Haydn sich gegenüber Luigia Polzelli über die unzureichenden gesanglichen Qualitäten der designierten Darstellerin der Eurydike in seiner letztlich unaufgeführt gebliebenen Oper «L’anima del filsofo ossia Orfeo ed Euridice» ausliess, bzw. dass er bei der Komposition der von der letzteren, sterbend zu singenden Kavatine «Del mio core il voto estremo» eigentlich vielmehr an sie gedacht habe. Schliesslich noch Sinfonie Nr. 97, ein Werk von geradezu überschäumender Lebensfreude eines merklich verliebten Sechzigjährigen, dessen Uraufführung von der Dame seines Herzens mit folgenden Worten begrüsst wurde:
«M[ein] L[iebster]: Ich bin so begierig zu erfahren, wie es Dir geht, und hoffe zu hören, dass Du, seit ich Dich zuletzt sah, bei guter Gesundheit geblieben bist. Da sich nun die Zeit Deines bezaubernden Konzertes nähert, empfinde ich zunehmendes Interesse an Deinen Erfolgen und wünsche herzlichst, alles möge zu Deiner Zufriedenheit verlaufen. Tu mir den Gefallen, mir nochmals sechs Billets zuzuschicken. Am Samstag, L[iebster], hoffe ich Dich zum Abendessen zu begrüssen. Zwischenzeitlich sind meine Gedanken, meine besten Wünsche und meine zärtlichste Zuneigung stets bei Dir, und ich bin stets meines l[iebsten] H[aydn] aufrichtigste und liebevollste [Rebecca].»
Programm
Joseph Haydn (1732–1809): Sinfonie Nr. 91 Es-Dur Hob. I:91 (1788)
Largo – Allegro assai / Andante / Menuet un poco Allegretto – Trio / Finale. Vivace
SINFONIE NR. 91 ES-DUR HOB. I:91 (1788)
Entstehungsjahr: 1788
Joseph Haydn (1732–1809): Sinfonie Nr. 96 D-Dur «The Miracle» Hob. I:96 (1791)
Adagio – Allegro / Andante / Menuet. Allegretto – Trio / Finale. Vivace (assai)
SINFONIE NR. 96 D-DUR «THE MIRACLE» HOB. I:96 (1791)
Entstehungsjahr: London 1791, UA 1791
Joseph Haydn (1732–1809): Werke für Sopran und Orchester aus: «L'anima del filosofo ossia Orfeo ed Euridice» Hob. XXVIII:13
Joseph Haydn (1732–1809): Sinfonie Nr. 96 C-Dur Hob. I:97 (1792)
Adagio – Vivace / Adagio ma non troppo / Menuet. Allegretto – Trio / Finale. Presto assai
SINFONIE NR. 97 C-DUR HOB. I:97 (1792)
Entstehungsjahr: London 1792, UA 3. oder 4.5.1792
Besetzung
Il Giardino Armonico & Kammerorchester Basel
Giulia Semenzato, Sopran
Giovanni Antonini, Dirigent
Nächste Konzerte
Basel,
Montag, 13. April 2026, 19.30 Uhr
Haydn-Lesung und Lounge im Hans Huber-Saal, Stadtcasino
18.15 Uhr Lesung mit Elke Schmitter und Pre Concert-Talk mit Giovanni Antonini (Andrea Scartazzini, Moderation)
Einlass ab 18.00 Uhr (kein Einlass zwischen Lesung und Pre Concert-Talk).
Konzert im Musiksaal, Stadtcasino:
19.30 Uhr: Konzert
Das Konzert wird ebenfalls als Premiere auf unserem YouTube-Kanal ausgestrahlt und bleibt 3 Monate verfügbar (Informationen folgen).
- Kartenvorverkauf
Karten sind online oder bei Bider & Tanner, Ihr Kulturhaus in Basel, +41 (0)61 2069996 erhältlich.
Wien,
Mittwoch, 15. April 2026, 19.30 Uhr
Musikverein Wien, grosser Saal
Konzerteinführung: 18.30 Uhr, Brahms-Saal
- Kartenvorverkauf
Karten sind ab dem 26. Februar 2026 unter musikverein.at / +43 1 505 8190 erhältlich.
Brugge,
Freitag, 24. April 2026, 20.00 Uhr
Concertgebouw Brugge, Concertzaal
- Kartenvorverkauf
Karten sind unter concertgebouw.be erhältlich.
Wroclaw,
Sonntag, 26. April 2026, 18.00 Uhr
Wroclaw, National Forum of Music, Orlen Main Hall
- Kartenvorverkauf
Karten sind online erhältlich.
Biografien
Dirigent
Giovanni Antonini
Dirigent
Der gebürtige Mailänder Giovanni Antonini studierte an der Civica Scuola di Musica und am Zentrum für alte Musik in Genf. Er ist Mitbegründer des Barockensembles Il Giardino Armonico, dessen Leitung er seit 1989 innehat. Mit dem Ensemble trat er als Dirigent und als Solist für Block- und Traversflöte in Europa, den Vereinigten Staaten, Kanada, Südamerika, Australien, Japan und Malaysia auf.
Antonini hat bereits mit vielen namhaften Künstlern zusammengearbeitet, darunter Cecilia Bartoli, Kristian Bezuidenhout, Giuliano Carmignola, Isabelle Faust, Sol Gabetta, Sumi Jo, Viktoria Mullova, Katia und Marielle Labèque, Emmanuel Pahud und Giovanni Sollima.
Aufgrund seiner differenzierten und innovativen Interpretation und Arbeit mit dem klassischen und barocken Repertoire ist Antonini ein gefragter Gastdirigent bei vielen führenden Orchestern. So gastiert er etwa regelmässig bei den Berliner Philharmonikern, dem Concertgebouworkest Amsterdam, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Mozarteumorchester Salzburg, dem Leipziger Gewandhausorchester, dem London Symphony Orchestra, der Tschechischen Philharmonie und dem Chicago Symphony Orchestra.
Zu seinen Opernproduktionen gehören Händels Giulio Cesare und Bellinis Norma mit Cecilia Bartoli bei den Salzburger Festspielen. Im Jahr 2018 dirigierte er Orlando am Theater an der Wien und Idomeneo am Opernhaus Zürich. 2019 folgten Giulio Cesare, 2021 Cosìfan tutte und 2024 L’Orontea an der Scala und er war erneut am Theater an der Wien zu Gast mit Cavalieri’s Rappresentatione di Anima, et di Corpo.
In der Saison 2025/26 dirigiert er Le Nozze di Figaro am Liceu Barcelona und Pugnani's Werther mit dem Mozarteumorchester Salzburg. Er arbeitet mit dem Luzerner Sinfonieorchester, dem Oslo Philharmonic Orchestra, dem Finnish Radio Symphony Orchestra und kehrt zu den Bamberger Symphonikern zurück. Er realisiert ausserdem zwei Projekte mit der Tschechischen Philharmonie und dem Tschechischen Jugendphilharmonie-Orchester. Mit Il Giardino Armonico als «Ensemble in Residence» in der Wigmore Hall London tritt er dort regelmässig während der gesamten Saison auf.
Mit Il Giardino Armonico hat Giovanni Antonini zahlreiche CDs mit Instrumentalwerken von Vivaldi, J.S. Bach (Brandenburgische Konzerte), Biber und Locke für Teldec aufgenommen. Mit Naïve nahm er Vivaldis Oper Ottone in Villa auf und für Decca spielte er ebenfalls mit Il Giardino Armonico zwei CDs mit Julia Lezhneva ein. Bei Alpha Classics (Outhere Music Group) veröffentlichte er verschiedene Alben, darunter La Morte della Ragione, die sein besonderes Interesse an der Musik der Renaissance mit Sammlungen von Instrumentalmusik aus dem 16. und 17. Jahrhundert widerspiegeln. Mit dem Kammerorchester Basel hat er die gesamten Beethoven-Sinfonien für Sony Classical aufgenommen und mit Emmanuel Pahud für Warner Classics eine CD mit Flötenkonzerten unter dem Titel «Revolution».
Antonini ist künstlerischer Leiter des Projekts «Haydn2032», mit dem die Vision verwirklicht werden soll, bis zum 300. Jahrestag der Geburt des Komponisten sämtliche Sinfonien von Joseph Haydn aufzunehmen und mit Il Giardino Armonico und dem Kammerorchester Basel aufzuführen. Unterdessen ist etwas mehr als die Hälfte des Projekts erreicht und die ersten siebzehn Editionen sind beim Label Alpha Classics erschienen, jährlich sind zwei weitere Editionen geplant.
Orchester
Il Giardino Armonico
Orchester
Il Giardino Armonico, unter der Leitung von Giovanni Antonini, wurde 1985 gegründet und hat sich als eines der weltweit führenden Ensembles mit Spezialisierung auf historische Instrumente etabliert. Das Ensemble besteht aus Musikerinnen und Musikern aus den bedeutenden Musikinstituten Europas. Sein Repertoire konzentriert sich hauptsächlich auf das 17. und 18. Jahrhundert. Je nach Bedarf des jeweiligen Programms besteht die Gruppe aus sechs bis dreißig Musikerinnen und Musikern.
Das Ensemble wird regelmäßig zu Festivals auf der ganzen Welt eingeladen und tritt in den bekanntesten Konzerthallen auf. Große Anerkennung erfährt es dabei sowohl für seine Konzerte als auch für seine Opernproduktionen, z. B. Monteverdis „L’Orfeo“, Vivaldis „Ottone in Villa“, Händels „Agrippina“, „Il Trionfo del Tempo e del Disinganno“, „La Resurrezione“ und „Giulio Cesare in Egitto“ mit Cecilia Bartoli bei den Salzburger Festspielen 2012.
Darüber hinaus ist Il Giardino Armonico stets intensiv mit Aufnahmen beschäftigt. Viele Jahre war das Ensemble exklusiv bei Teldec unter Vertrag und erhielt mehrere bedeutende Auszeichnungen für seine Aufnahmen von Werken von Vivaldi und den anderen Komponisten des 18. Jahrhunderts. Es folgte ein Exklusivvertrag mit Decca/L’Oiseau-Lyre für die Aufnahme von Händels Concerti Grossi op. 6 und die Kantate „Il Pianto di Maria“ mit Bernarda Fink. Bei Naïve brachte Il Giardino Armonico zudem „La Casa del Diavolo“, Vivaldis Cellokonzerte mit Christophe Coin, sowie die Oper „Ottone in Villa“ heraus, die 2011 mit dem Diapason d'Or ausgezeichnet wurde. Für das Label Onyx nahm es Vivaldis Violinkonzerte mit Viktoria Mullova auf.
Nach dem großen Erfolg und der Grammy-Auszeichnung für „The Vivaldi Album“ mit Cecilia Bartoli (Decca, 2000) führte eine erneute Zusammenarbeit mit ihr 2009 zu dem Projekt „Sacrificium“ (Decca), ein Platin-Album in Frankreich und Belgien, das einen weiteren Grammy erhielt. Produkt des jüngsten Projekts mit Cecilia Bartoli ist das Album „Farinelli“ (Decca, 2019).
Ebenfalls bei Decca brachte Il Giardino Armonico „Alleluia“ (2013) und „Händel in Italy“ (2015) mit Julia Lezhneva heraus – beide Werke wurden von Öffentlichkeit und Kritikern gepriesen.
In einer Koproduktion mit dem Nationalen Forum für Musik in Breslau (Polen) veröffentlichte Il Giardino Armonico „Serpent & Fire“ mit Anna Prohaska (Alpha Classics – Outhere Music Group, 2016) und gewann 2017 den ICMA für Barockgesang. Es folgte die Telemann-Aufnahme auf CD und LP (Alpha Classics, 2016), die 2017 den Diapason d’Or de l'Année und den Echo Klassik erhielt.
Die Einspielung von fünf Violinkonzerten von Mozart mit Isabelle Faust (Harmonia Mundi, 2016) ist das Ergebnis der hochkarätigen Zusammenarbeit mit der großartigen Violinistin und wurde 2017 mit dem Gramophone Award und Le Choc de l'année ausgezeichnet.
Ein neues Vivaldi-Album, „Concerti per flauto“, ist erschienen (Alpha Classics, March 2020) und gewann den Diapason d’Or: eine prächtige Zusammenstellung aus diesem Repertoire mit Giovanni Antonini als Soloist, aufgenommen zwischen 2011 und 2017.
Il Giardino Armonico ist Teil des Projekts „Haydn2032“, zu dessen Zweck die Joseph Haydn Stiftung Basel gegründet wurde, um sowohl die Einspielung der gesamten Haydn-Sinfonien (Label: Alpha Classics) als auch Konzerte in verschiedenen europäischen Städten mit dem thematischen Schwerpunkt auf dessen Repertoire zu unterstützen. Das erste Album mit dem Titel „La Passione“ kam im November 2014 heraus und erhielt den Echo Klassik (2015). „Il Filosofo“, 2015 veröffentlicht, wurde mit dem „Choc of the Year“ von Classica ausgezeichnet. Das dritte Album, „Solo e Pensoso“, erschien im August 2016 und das vierte Album, „Il Distratto“, kam im März 2017 heraus und gewann im selben Jahr den Gramophone Award. Die achte Einspielung, La Roxolana, wurde im Januar 2020 veröffentlicht und die neunte Aufnahme, „L’Addio“, kam im Januar 2021 heraus und gewann den „Choc of the Year“ von Classica und den Diapason d’Or. Das zehnte Album, „Les Heures du Jour“, wurde im Juli 2021 herausgebracht und gewann im Oktober 2021 den Diapason d’Or.
Der Album-Zyklus wurde kürzlich um ein weiteres monumentales Werk des österreichischen Komponisten ergänzt: „Die Schöpfung“ mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks wurde im Oktober 2020 veröffentlicht.
Das Ensemble arbeitete ebenfalls mit renommierten Soloisten wie Giuliano Carmignola, Sol Gabetta, Katia und Marielle Labèque, Viktoria Mullova und Giovanni Sollima zusammen.
2018 setzte Il Giardino Armonico seine Zusammenarbeit mit der jungen und talentierten Violinistin Patricia Kopatchinskaja mit einem Programm voller schöpferischer Spannung zwischen Vergangenheit und Zukunft fort, das philologische Genauigkeit und zeitgenössische Musik verbindet: Das Album „What’s next Vivaldi?“ kam im Oktober 2020 bei Alpha Classics heraus und erhielt 2021 den Opus Klassik.
Zu den jüngsten Projekten zählen die Aufnahme von „La morte della Ragione“ (koproduziert mit dem Nationalen Forum für Musik in Breslau, herausgebracht von Alpha Classics und 2019 ausgezeichnet mit dem Diapason d’Or), ein Programm zur Förderung der Aufmerksamkeit für Barockmusik in Europa und die Suche nach einer Wiederbelebung des Hörerlebnisses früher Musik.
Orchester
Kammerorchester Basel
Orchester
Das Kammerorchester Basel ist fest in Basel verankert – mit den beiden Abonnements-Reihen im Stadtcasino Basel sowie in dem eigenen Proben- und Aufführungsort Don Bosco Basel. Weltweit und mit mehr als 60 Konzerten pro Saison ist das Kammerorchester Basel auf Tourneen unterwegs, an internationalen Festivals und in den wichtigsten europäischen Konzertsälen stets gerngesehener Gast.
2019 als erstes Orchester mit einem Schweizer Musikpreis geehrt, zeichnen das Kammerorchester Basel Exzellenz und Vielseitigkeit sowie Tiefgang und Durchhaltevermögen aus. Es taucht mit seinen Interpretationen tief in die jeweiligen thematischen und kompositorischen Welten ein: in der Vergangenheit mit dem «Basler Beethoven» oder mit Heinz Holliger und unserem «Schubert-Zyklus». Oder wie mit dem Langzeitprojekt Haydn2032, der Einspielung und Aufführung aller Sinfonien von Joseph Haydn bis ins Jahr 2032 unter der Leitung von Principal Guest Conductor Giovanni Antonini und gemeinsam mit dem Ensemble Il Giardino Armonico. Ab der laufenden Saison hat sich das Kammerorchester Basel vorgenommen, sich unter der Leitung des Alte-Musik-Spezialisten Philippe Herreweghe allen Sinfonien von Felix Mendelssohn Bartholdy zu widmen.
Mit ausgewählten Solistinnen und Solisten wie Maria João Pires, Jan Lisiecki, Isabelle Faust oder Christian Gerhaher arbeitet das Kammerorchester Basel immer wieder gerne zusammen. Unter der künstlerischen Leitung der KonzertmeisterInnen sowie unter der Stabführung ausgewählter Dirigenten wie u.a. Heinz Holliger, René Jacobs oder Pierre Bleuse präsentiert das Kammerorchester Basel sein breites Repertoire.
Die Konzertprogramme sind so vielfältig wie die 47 Musikerinnen und Musiker und reichen von Alter Musik auf historischen Instrumenten über historisch informierte Interpretationen bis hin zu zeitgenössischer Musik.
Ein Herzstück der Arbeit bildet die zukunftsweisende Vermittlungsarbeit bei partizipativen Grossprojekten im kreativen Austausch mit Kindern und Jugendlichen.
Eine umfangreiche, vielfach preisgekrönte Diskografie dokumentiert das künstlerische Schaffen des Kammerorchester Basel.
Seit 2019 ist die Clariant Foundation Presenting Sponsor des Kammerorchester Basel.
Die Informationen folgen in Kürze.
«Es war der Moment, bevor ich auf die Bühne trat, um meine schmale Arie zu singen, in den weniger als zwei Oktaven, und in dem ich mich doch fürchtete. Noch einmal Versagen, noch einmal keine Luft zu haben im siebzehnten Takt, noch einmal nicht zu strahlen, sondern zu quetschen, die Luft aus der falschen Region zu holen (aus der Kehle statt aus dem Zwerchfell, flach und gedrückt wie aus einem defekten Blasebalg, ohne Stütze) – noch einmal sowas, und wir konnten unsere ramponierten Taschen packen, Antonio und ich.»
Auszug aus dem Text von Elke Schmitter
Elke Schmitter liest ihren für Haydn2032 geschriebenen Text bei der Haydn-Lounge im Hans Huber-Saal, Stadtcasino Basel am 13. April 2026 um 18.15 Uhr.
Der Text «Im Brustton der Luigia» von Elke Schmitter wird in der Schallplatten-Edition Vol. 24 erscheinen.


